Warten auf der Wartegg

von Jean-Michel Räber

Uraufführung Sommer 2014
im Warteggpark Rorschacherberg

Regie: Kristin Ludin

Es spielt das Ensemble Theater Sinnflut
 

Schauspieldirektor Fredi da Capo hat ein Problem: Gleich beginnt die Aufführung von „Warten auf der Wartegg“, einem epochalen Werk über die Geschichte des Schlosses, doch die Kostüme sind verschwunden, der Hauptdarsteller fehlt und die Truppe murrt.

Gespielt werden soll ein Drama in fünf Akten um das Schicksal der Emigranten, die über die Jahrhunderte hinweg auf der Wartegg Asyl fanden. Nun kommt jedoch alles ins Wanken. Das Stück kann nicht chronologisch gespielt werden, Rollen müssen neu verteilt werden, man muss improvisieren. Und so erlebt der Zuschauer ein Drama, das immer wieder zur turbulenten Komödie wird. Denn nicht nur auf der Bühne geht es drunter und drüber, auch hinter den Kulissen wird gestritten und gelitten. Selbst im Publikum regt sich Unmut. Der Österreichische Historiker Justus von Drübenda posaunt seine Meinung über den Abend heraus und sein Sohn Flugs bändelt mit der Tochter des Schauspieldirektors an, was für alle Beteiligten fatale Konsequenzen haben wird.

Auf der Freibühne im Park der Wartegg, in einer traumhaften Ambiance, treffen historische Figuren auf ihre Darsteller und ihre Betrachter. Gemeinsam werden sie gezwungen, immer wieder innezuhalten, sich in der Hektik Zeit zu nehmen und zu fragen: wovor flüchten wir? Was suchen wir? Die Darsteller kennen natürlich die Antwort schon, denn sie spielen um ihr Leben und warten nur auf Eines: den Applaus.

In diesem Sinne: Vorhang auf, Spiel, Applaus.